Mischkultur im Garten

Rezension zum Buch „Gesunder Garten durch Mischkultur“ von Gertrud Franck und Brunhilde Bross-Burkhardt, erschienen 2019 im oekom Verlag (ISBN: 978-3-96238-101-1).

Gertrud Franck gilt seit vielen Jahren als die Biogartenpionierin schlechthin. Sie entwickelte ihr eigenes Mischkultursystem, auf das sich auch Jahrzehnte später noch Mischkultur-Koryphäen wie Jakobus und Margarete Langerhorst bezogen. Das mag auch daran liegen, dass sie ihr Wissen gern an Interessierte weitergab – beispielsweise in Form ihres Buches „Gesunder Garten durch Mischkultur“, das erstmals 1980 erschien und lange Zeit vergriffen war. Nun hat der oekom-Verlag das Buch zusammen mit Brunhilde Bross-Burkhardt neu aufgelegt. Dr. Brunhilde Bross-Burkhardt ist Fachjournalistin und Buchautorin mit den Schwerpunkten Botanik, Gärten und Agrargeschichte, die mit der „Neubearbeitung des geradezu legendären Mischkulturbuches von Gertrud Franck“ an ihre „biogärtnerischen Wurzeln“ zurückkehrte.1 Im Buch beschreibt sie Gertrud Franck als „Mischkulturpionierin und die Einzige, die dieses Anbausystem so gründlich auf eigenem Gartengelände erprobt hat“ sowie als „Forscherin auf gartenbaulichem und hauswirtschaftlichem Gebiet, die es verstand, ihr Wissen kraft ihrer Persönlichkeit einem breiten Publikum zu vermitteln und es zur Umsetzung zu motivieren – bis in die heutige Zeit!“.
Die Neuauflage des Buches beinhaltet neben dem – laut Bross-Burkhardt nur minimal überarbeiteten – Originaltext Gertrud Francks ein Vorwort der Herausgeberin sowie ein kurzes Einleitungskapitel über Gertrud Francks Leben und Wirken. Diese biografische Einführung beeindruckt vor allem durch die Zeitzeugnisse aus dem Nachlass von Gertrud und Hannfried Franck, die von ihrer Tochter Amay Franck zusammengestellt wurden. Dennoch hätte die Einleitung gern etwas länger sein können. Aus dem Nachlass stammen übrigens auch viele der abgedruckten Fotos – das macht das Buch authentisch und schön anzusehen. Im letzten Kapitel fasst Bross-Burkhard zudem wichtige Merkmale des Franck’schen Mischkultursystem noch einmal zusammen, bewertet es aus heutiger Perspektive und stellt aktuelle Praxisbeispiele vor.
Der Originaltext erläutert dann sehr anschaulich und gut verständlich das von Gertrud Franck erprobte Mischkultursystem. Dabei geht es nicht nur um den reinen Gemüseanbau, sondern auch um den Anbau von Kräutern, Obst und Blumen. Ergänzt werden diese Erläuterungen durch viele Abbildungen und Tabellen sowie einige Anbaupläne. So wird das Geschriebene anschaulich und lädt nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Nachahmen ein. Das Buch gibt allerdings nicht nur Anbautipps, sondern nennt auch Verwendungsmöglichkeiten der Ernte und gibt Tipps zur Haltbarmachung. Dafür sind in einem eigenen Kapitel zur Ernährung auch einige Rezepte enthalten – leider nicht vegan, nicht einmal vegetarisch. Wer darauf ebenso Wert legt, sollte besser zum Buch „Meine Mischkulturenpraxis: Nach dem Vorbild der Natur“ von Margarete Langerhorst greifen.2 Kritisch ist außerdem anzumerken, dass manche nichtmenschlichen Tiere als „Schädlinge“ angesehen und bezeichnet werden. Trotz alledem ist das von Bross-Burkhardt herausgegebene Buch – insbesondere für Einsteiger*innen – sehr empfehlenswert und sollte aufgrund seines Pioniercharakters in keinem Bücherregal fehlen.

Von Ulrike Schwerdtner

  1. https://www.bross-burkhardt.de/literatur-von-bb/ [zurück]
  2. 2017 in der 4. Auflage im OLV Organischer Landbau Verlag Kurt Walter Lau erschienen (ISBN: 978-3-922201-21-2). Vergleiche auch Rezension von Ulrike Schwerdtner in der TIERBEFREIUNG 99 (2018). [zurück]

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